In der Praxis ist es bereits gängig, dass auch niedrigere Dosierungen als die empfohlenen eingesetzt werden. Eine Studie aus dem Jahr 2024 unterstreicht diese Beobachtungen. Sie zeigt, dass viele Menschen auch mit deutlich geringeren Dosierungen von Semaglutid – dem Wirkstoff von Ozempic® – sehr gut abnehmen können. Entscheidend war nicht die höchste Dosis, sondern die Kombination aus Medikament und begleitender Unterstützung.
Fazit vorab
- Auch deutlich niedrigere Dosierungen als die empfohlenen können zu einer klaren und anhaltenden Gewichtsabnahme führen.
- Untersucht wurden über 2.200 Erwachsene – eingesetzt wurde Semaglutid (Ozempic®).
- Die Teilnehmenden nutzten im Schnitt nur etwa ein Drittel der vorgesehenen Gesamtdosis.
- Trotzdem lag der durchschnittliche Gewichtsverlust bei rund 15 %.
- Entscheidend war nicht die höchste Dosis, sondern die Kombination aus Medikament und Begleitung.
- Die Wirkung zeigte sich unabhängig vom Ausgangs-BMI.
Worum ging es in der Studie?
Die Studie untersuchte ein digitales Abnehmprogramm, das über das Internet lief. Die Teilnehmenden erhielten:
- Begleitung zu Ernährung und Verhalten
- regelmäßige Betreuung
- zusätzlich Semaglutid (Wirkstoff von Ozempic®) in individuell angepasster Dosierung
Die Teilnehmenden wurden bis zu 76 Wochen begleitet.
Die wichtigsten Ergebnisse
Starker Gewichtsverlust
Nach etwa 64 Wochen hatten die Teilnehmenden im Durchschnitt rund 15 % ihres Ausgangsgewichts verloren.
Dieser Effekt blieb auch nach 76 Wochen stabil.
Deutlich geringere Dosierungen als empfohlen
Ein zentraler Punkt der Studie:
Die Teilnehmenden nutzten im Schnitt nur 34–36 % der empfohlenen Gesamtdosis von Semaglutid.
Trotz der geringeren Menge:
- 100 % der ausgewerteten Teilnehmenden verloren mehr als 5 % ihres Körpergewichts
- 85 % verloren mehr als 10 %
Das zeigt, dass eine klinisch relevante Gewichtsabnahme auch ohne Ausschöpfen der maximalen Gesamtdosis erreicht werden kann.
Ausgangsgewicht spielte keine Rolle
Ob jemand mit niedrigerem oder höherem BMI gestartet ist, machte keinen Unterschied:
- Der Gewichtsverlust war ähnlich
- unabhängig vom Ausgangsgewicht
- unabhängig von der insgesamt verwendeten Dosis
Was bedeutet das für die Praxis?
Diese Daten sprechen dafür, dass:
- eine individuell angepasste, oft niedrigere Dosierung ausreichend sein kann
- langsameres Aufdosieren oder längeres Verbleiben auf niedrigen Stufen sinnvoll sein kann
- die Begleitung im Alltag eine zentrale Rolle spielt
Die Studie unterstützt damit das, was viele aus der Praxis berichten: Nicht die höchste Dosis entscheidet – sondern das individuelle Gesamtpaket.
Wichtig: Die Studie gibt keine Dosierungsempfehlung. Sie zeigt nur, was im echten Alltag tatsächlich passiert ist.
Schluss-Fazit
Die Studie zeigt deutlich: Auch mit niedrigeren Gesamtdosierungen von Semaglutid (z.B. Ozempic®) sind sehr gute Abnehmerfolge möglich. Entscheidend ist nicht die maximale Dosis, sondern das Zusammenspiel aus Medikament, Zeit und Unterstützung. Für viele kann das bedeuten: gute Wirkung bei besserer Verträglichkeit – individuell angepasst.
Quelle
- Seier S, Larsen KS, Balck J, Pedersen J, Lymperis K, Gudbergsen H. Treat to target in obesity management: real-world evidence from an internet-based weight management programme (TRIM). Abstract 780, European Congress on Obesity (ECO) 2024, vorgestellt Mai 2024.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine medizinische Beratung oder Behandlung. Medikamente wie Ozempic® und Mounjaro® sind verschreibungspflichtig. Off-Label-Anwendungen erfolgen stets auf eigenes Risiko und sollten nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.











